Handlesekunst

Posted on August 13, 2010 
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Die Chirosophie, auch Handlesekunst genannt, ist eine Wissenschaft für sich und bedarf  jahrelangen Trainings Viele von uns erinnern sich an Sintis und Romas, die von Stadt zu Stadt zogen. Ihre Form der Handlesekunst war und ist gerade bei der älteren Generation sehr beliebt und gefragt. So kannte meine Großmutter eine weise Roma namens Maria, der man sichere, korrekte Zukunftsdeutung nachsagte. War sie mit ihrer Familie in der Nähe, besuchte sie regelmäßig meine Großmutter, um ihr gegen kleines Entgelt die Zukunft zu deuten. Sie konnte aus Karten, Kaffeesatz oder aus Händen lesen. Jedenfalls verstand sie etwas von  diesem  Handwerk. Sie hatte Magie und Ausstrahlung und trotz ihrer sieben Kinder war sie ein zartes Persönchen mit viel Kraft und Stolz. Als kleines Kind dachte ich, sie wäre eine der Hexen, die Kinder stehlen und Katzen auf dem Rücken tragen. Maria amüsierte sich immer über mein ängstliches Gesicht. Während ihrer Deutung knisterte die Luft und ich hielt den Atem an.

Zeig mir deine Hände und ich sage Dir, wer Du bist Maria bat meine Großmutter ihr die Hand zu reichen. Die Wahrsagerin wendete Omas Hand, damit sie sich die Innenfläche genauer ansehen konnte. Sorgfältig beäugte sie jede einzelne Handlinie, sah sich in Ruhe die Handballen an und achtete auf Hautveränderungen oder Risse. Dann schaute sie Oma tief in die Augen, als wollte sie durch diese in Großmutters Seele schlüpfen. Ein starkes Gänsehautgefühl machte sich breit. Noch einmal glitt Marias Blick über Omas Handinnenfläche. “Meine liebe Adelheid. Du bist ein starker Mensch. Viele Höhen und Tiefen hast du schon durchgemacht und es werden noch einige folgen. Deine Lebenslinie, die am Handballen entlang verläuft wird dir ein langes, aber nicht tränenfreies Leben bescheren. Das Wichtigste aber ist deine Schicksalslinie. In der Mitte der Hand verlaufend erzählt sie mir von deinen Sorgen. Trage ab heute diese weiße Feder bei dir. Sie wird dir die Richtung weisen, die du nehmen musst, um dunkle Gedanken abzuschirmen”. Dann stand sie langsam auf, ließ sich ihren Lohn geben und ging schweigend die Tür hinaus. Als Kind hatte ich Angst vor Maria. Heute, bereue ich es sie nicht näher kennengelernt zu haben. denn meine beiden Großmütter hielten viel von ihr. Als mein Söhnchen Peter das Licht der Welt erblickte,  legte meine Großmutter die weiße Feder in sein Bettchen. Sie möchte, dass dieser Talisman nun Peterchen beschützt und ihm Glück bringt! Über Chirosophie könnt Ihr hier mehr erfahren. Glückliche Grüße sendet Euch Barbara

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